Patientenkompetenz

Der Begriff Patientenkompetenz ist in den letzten Jahren sehr populär geworden. Es wurde von Patienten selbst geprägt, um auf das Rollenverständnis des modernen Patienten hinzuweisen.

Fragte der frühere informierte, mündige, autonome Patient vor allem nach seinen Rechten und nach den Dienstleistungen Anderer, so fragt der kompetente Patient heute auch noch: «was kann ich selbst für mich tun».

Patientenkompetenz ist etwas sehr individuelles.

So antwortete eine junge, an Brustkrebs erkrankte Frau auf die Frage, was sie unter Patientenkompetenz verstehe:

«Die Erkrankung war für mich eine neue, schmerzliche Lebenserfahrung. Dadurch war nichts mehr wie vorher. Ich habe mich gefragt, was bedeutet die Krankheit für mich, was will sie mir sagen, wie soll ich mich neu einstellen, welcher ist mein ganz persönlicher Weg um diese Krise zu bewältigen? Das alles hat mit Patientenkompetenz zu tun. Ich möchte in der Lage sein, trotz der Erkrankung möglichst normal und würdig zu leben».

Patientenkompetenz, dieses den persönlichen Weg in der Krankheit finden und gehen, kann sich sehr verschieden äussern. Es gibt Patienten, die sehr aktiv werden und vieles ändern. Zum Beispiel die Ernährung umstellen, oder zu Mitteln der Komplementärmedizin greifen. Die Kompetenz anderer Patienten besteht darin, dass sie selbst gar nichts Besonders machen, sondern sich bewusst ausschliesslich der Medizin oder der göttlichen Hilfe anvertrauen.

Unter dem Titel: «Was kann ich selbst für mich tun» ist kürzlich ein erstes Buch zum Thema Patientenkompetenz erschienen.

Für Krebspatienten, die ihren eigenen Weg noch suchen, ist dieses Buch mehr als ein Ratgeber: es regt die Fähigkeiten an, Lebensenergien aus den eigenen inneren Quellen zu schöpfen.