Komplementärmedizin - Mikronährstoffe

Mikronährstoffe gehören neben der Mistel zu den am häufigsten in der Krebsmedizin eingesetzten Zusatzbehandlungen.

Im Vergleich zur Misteltherapie ist die richtige Anwendung von Mikronährstoffen jedoch wesentlich anspruchsvoller. Ausserdem wird die Bedeutung der Substitution von Mikronährstoffen auch von der Schulmedizin immer klarer erkannt. Mikronährstoffe stellen somit eine wichtige Brücke zwischen den naturwissenschaftlichen und naturheilkundlichen medizinischen Richtungen dar.

Unter dem Begriff Mikronährstoffe werden die Grundbausteine der Körperzellen und Stoffwechselvorgänge zusammengefasst, darunter die so bedeutenden Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente, Aminosäuren oder sekundären Pflanzenstoffe.

1.Nahrungs- ergänzungsmittel

Bei gesunden Personen zur Ergänzung der Ernährung und für eine gesundheitsbewusste Lebensweise

3.GIMSA

Gezielte Individuelle Mikronährstoff- Supplementierung nach Analytik

2.Mikronährstoffe als Ergänzende bilanzierte Diäten

Bei bestehenden Krankheiten oder Beschwerden, wenn Ernährung zur Bedarfsdeckung nicht ausreicht

4.Arzneimittel, rezeptpflichtig

Ärztliche Therapie mit rezeptpflichtigen Arzneimitteln

Bei der Anwendung von Mikronährstoffen werden vier Möglichkeiten unterschieden (Abb).

Nahrungsergänzung: Bei dieser Anwendungsform erfolgt der Einsatz von Mikronährstoffen relativ ungezielt. Zumeist sind die Anwender gesundheitsbewusst lebende Menschen, die sich mit den überall erhältlichen Vitaminen selbst eindecken. Die Wirksamkeit der so eingenommenen Mikronährstoffe kann in solchen Fällen kaum kontrolliert werden.

Ergänzende, bilanzierte Diät: Auch in diesem Fall erfolgt die Anwendung von Mikronährstoffen empirisch, allerdings bezogen auf bestimmte gesundheitliche Störungen (Zum Beispiel Calcium zur Osteoporoseprophylaxe). Wie bei der Nahrungsergänzung lässt sich der Nutzen der Anwendung im Einzelfall nicht sicher nachweisen.

GIMSA: Die Abkürzung GIMSA steht für Gezielte Individualisierte Mikronährstoff Supplementierung nach Analytik.

Diese Anwendungsform hat die grösste Bedeutung für Krebspatienten. Die Wahl und Dosierung der Mikronährstoffe werden in diesem Fall dem wirklichen Bedarf des Patienten angepasst. Dieser Bedarf kann durch eine Blutanalyse und durch die Abschätzung der individuellen Belastungssituation ziemlich genau ermittelt werden. Die Effekte der gezielten Therapie lassen sich ebenfalls durch Laboranalysen kontrollieren.

Ärztlich verordnete Mikronährstoffe: In diesem Fall kommen Mikronährstoffe als ärztlich verordnete Arzneimittel zum Einsatz (z.B. Na-Selenit beim septischen Schock).

Wegen der zunehmenden Bedeutung der Mikronährstoffe in der Krebsmedizin wurde kürzlich das sog. GIMSA Programm ins Leben gerufen. Es handelt sich dabei um eine zentrale Auskunftsdatei zu Mikronährstoffen. Hier werden nicht nur die aktuellen Informationen zu Mikronährstoffen gesammelt, sondern auch Empfehlungen zur Mikronährstoff Analytik ausgearbeitet.