Teilnahme an Studien?
Alle grösseren onkologischen Kliniken oder Praxen bieten ihren Patienten die Möglichkeit, an einer sogenannten klinischen Studie teilzunehmen. Solch eine Teilnahme ist immer freiwillig. Kein Patient kann dazu gezwungen werden.
«Ich bin doch kein Versuchskaninchen», hört man manchmal sagen, wenn es um die Teilnahme an solch einer Studie geht. Dieser Einwand zeigt, dass es noch immer Vorurteile zu den klinischen Studien gibt.
Eine klinische Studie hat nichts zu tun mit irgendeinem medizinischen Versuch am Menschen oder gar einem Patienten eine wirksame, bewährte Therapie vorzuenthalten. Das Ziel einer klinischen Studie ist immer, die beste verfügbare Behandlung und auch einen zusätzlichen Nutzen, der möglicherweise durch eine Abwandlung dieser besten Behandlung erzielt werden kann, anzubieten. Natürlich dient der Patient durch seine Teilnahme an einer Studie auch dem Fortschritt und der Forschung, aber umgekehrt profitiert er als erster von den Vorteilen, welche die Studien bieten.
Diese Vorteile sind:
- Studien bieten neue Chancen, zum Beispiel neue Behandlungsformen, die es bisher noch nicht gab;
- In Studien werden Patienten besonders gut überwacht;
- Durch die genauere Kontrolle des Patienten in einer Studie werden mögliche Nebenwirkungen der Therapie früher erkannt, genauer erfasst und fachkompetenter interpretiert als beim «Routinefall»;
- In einer Studie wird viel besser, als in der freien Behandlung, kontrolliert, dass die Qualitätskriterien der richtigen Behandlung auch wirklich eingehalten werden;
- In einer Studie werden dem Patienten viel genauere Informationen zur Krankheit und Therapie übermittelt als bei einer freien Behandlung.